Theater im Rathaus
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Karin Dor
 
 

Karin Dor wurde am 22. Februar 1938 als Kätherose Derr in Wiesbaden geboren. Schon als Gymnasiastin nahm sie Schauspiel- und Ballettunterricht und wurde dann durch die Regisseure Rabenalt und Reinl für den Film entdeckt: Arthur Maria Rabenalt drehte Szenen zu seinem Film "Der letzte Walzer", da fiel ihm die kleine Komparsin Rose Dor auf. Er wusste, dass sein Freund Harald Reinl, der zeitgleich in derselben Stadt zwei Filme mit Kinderstar Christine Kaufmann drehte, junge Schauspieler suchte und empfahl Reinl seine Entdeckung. Reinl war begeistert. In "Der schweigende Engel" (1953) und "Rosen-Resli" spielte Rose Dor erstmals zwei kleinere Rollen. Noch bevor der zweite Film abgedreht war, heiratete der 46jährige promovierte Rechtsanwalt und Filmregisseur Reinl das 18jährige Mädchen.

Die Ehe brachte die junge Schauspielerin ganz rasch nach vorne, nicht nur bei Reinl hatte sie große Chancen: Rudolf Jugert besetzte sie als Schülerin in "Ihre große Prüfung", Hans Grimm in "Kleiner Mann – ganz groß" (1957) und Wolfgang Glück in "Worüber man nicht spricht".
 

Doch es war wiederum Ehemann Reinl, der ihr die großen Chancen gab: Sie war die sanfte Naive in "Solange du lebst" (1955), und dieses Rollenfach perfektionierte sie in den zahlreichen Edgar-Wallace-Streifen und Karl-May-Filmen Reinls: als Verfolgte kam ihr in "Die Bande des Schreckens" (1960) Scotland Yard zur Hilfe, um des Friedens willen verzichtet sie in "Winnetou II" (1964) auf den geliebten Apachen-Häuptling und heiratete im Film den weißen Leutnantssohn (Mario Girotti, der sich später Terence Hill nannte). 

Im gleichen Jahr brach sie aus ihrem Rollenklischee aus, als sie in Reinls "Zimmer 13" eine pathologische Mörderin spielte – eine Vorstufe für die dämonische Brunhilde, die sie 1966 auf dem Höhepunkt ihrer Karriere in den "Nibelungen" mimte. 

Schließlich überraschte Karin Dor auf internationalem Parkett, als sie unter der Regie von Lewis Gibert 1967 in "Man lebt nur zweimal" James Bond (Sean Connery) mit ihrem erotischen Charme zu Tode bringen soll. Zwei Jahre später sah man sie als heißblütige Kubanerin in Alfred Hitchcocks "Topaz". 

In den 70er Jahren zog Karin Dor sich vom Film zurück und übernahm nur noch Rollen für das Fernsehen oder Bühnenengagements u.a. in Hamburg, Köln, München und Bad Godesberg.Heute lebt Karin Dor durch erneute Heirat überwiegend in Amerika.

Sie begann als sanfte, junge Naive und als unschuldiges Opfer in deutschen Krimis. Die eindimensionale Typisierung legte sie durch gekonnt psychologisierte Rollen im internationalen Film ab und entwickelte sich zum gefragten Charakterstar, der taktierende Verführerinnen, politisch Engagierte und sogar pathologische Mörderinnen spielte.