wurde am 26. November
1926 als Sohn eines Humoristen,
Akrobaten und Sängers in Berlin
geboren. Er besuchte die
Schauspielakademie in seiner
Geburtsstadt und begann dann seine
Karriere an verschiedenen Berliner
Theatern sowie auf der Bühne des
Kabaretts "Schall und Rauch".
Zwischen 1954 und 1958 war er
Mitglied des Kabaretts "rauchfang"
und agierte neben so bekannten
Kollegen wie Ruth Stephan,
Wolfgang Müller, Edith Hancke und
Günter Pfitzmann.
Zum Film kam Wolter 1951 und war
erstmals als Pachulles in der
satirischen Komödie "Die Frauen des
Herrn S." auf der Leinwand zu sehen.
Schnell bediente man sich seines
komischen Talents und in den
folgenden Jahren wurde er mit seinem
Humor in unzähligen Komödien und
Musikfilmen zum Publikumsliebling
und "Komiker vom Dienst". In seiner
unverwechselbaren Art spielte er
trottelige Butler oder komische
Kauze, liebenswerte Banditen
wie 1958 im "Wirtshaus im Spessart",
er gab mit seinem verschmitzten
Lächeln Polizisten, Jockeys und
Dienstmänner – die ganze Palette
unverzichtbarer Nebenrollen.
Unvergessen bleibt
seine Paraderolle des "Urvieh" Sam Hawkens
in den Karl-May-Filmen der
60er Jahre. Erstmals verkörperte er
diesen zerfledderten Typen 1962 in
"Der Schatz im Silbersee",
1963 folgte "Winnetou – 1. Teil"
sowie "Old Shatterhand", 1965
"Winnetou – 3. Teil", 1966 "Winnetou
und das Halbblut Apanatschi"
und 1968 "Winnetou und Shatterhand
im Tal der Toten".
Als Artur Brauner 1964 einen "
Hadschi Halef Omar" für "Der Schut"
brauchte, war es keine Frage, wer
diesen stets quasselnden, etwas
einfältigen Kumpan Kara Ben Nemsis
spielen sollte; 1965 redete sich
Wolter in dieser Rolle auch "Durchs
wilde Kurdistan" und "nervte" seinen
Meister auch "Im Reich des silbernen
Löwen".
Das Bild wurde mir freundlicherweise
von Andreas Weik zur Verfügung
gestellt.
In den
Mexiko-Zweiteilern "Der Schatz der
Azteken" und "Die Pyramide des
Sonnengottes" spielte Wolter dann
ebenfalls 1965 den
Kuckucksuhren-Verkäufer
Andreas Hasenpfeffer. 1966 drehte
der Schauspieler als Billy Monroe
zusammen mit Lex Barker den Western
"Wer kennt Jonny R.?" und gab mit
"Ballade von Johnny Ringo" auch eine
Kostprobe seines Gesangstalents. In
den 70er Jahren trat Wolter in
verschiedensten Filmen auf, konnte
mit seinen Rollen jedoch nicht mehr
ganz an seine alten Karl-May-Erfolge
anknüpfen, da die Parts zunehmend
alberner wurden und sich mehr durch
Klamauk als durch echten Humor
auszeichneten. Ob in "Heintje"-Filmen,
im "Urlaubsreport", seichten
Sex-Klamotten oder in fünf "Roy-
Black-Streifen" – seine Rollen in
diesen Filmen wirken nicht selten
peinlich. 1996 drehte Wolter, der im
Verlaufe seiner Leinwandkarriere in
rund 120 Kinoproduktionen zu sehen
war, seinen letzten Kinofilm und war
der Professor Boris Smirnoff in
"Kondom des Grauens".
Das Fernsehen bot dem
Vollblutkomödianten und "König der
Nebendarsteller" ab den 70er Jahren
ein zweites Standbein und im
Verlaufe der nächsten Jahre war er
vermehrt auf dem Bildschirm präsent.
Bereits 1967 hatte Wolter mit der
Titelrolle in der Serie "Ein Fall
für Titus Bunge" große Erfolge
gefeiert. Er wirkte in Krimiserien
wie "Tatort" oder "Der Alte" mit und
auch in "Ein Schloss am Wörthersee"
spielte er in den 90ern seinen Part.
Zuletzt sahen ihn die
Fernsehzuschauer 2002 als Leo in
"Herz in Flammen". In den letzten
Jahren widmete sich Ralf Wolter
vorwiegend seiner Arbeit beim
Theater und stand in Berlin auf der
Bühne.
